Fakt ist: Nein. Lithium-Ionen-Akkus enthalten keine Seltenen Erden.

Als „Seltene Erden“ (Seltenerdmetalle) werden 17 chemisch ähnliche Metalle bezeichnet – die Lanthanoide (Ordnungszahlen 57 bis 71) sowie Scandium und Yttrium. Die typischen Bestandteile eines Lithium-Ionen-Akkus – Lithium, Kobalt, Nickel, Mangan, Graphit, Kupfer, Aluminium und Silizium – gehören keiner dieser Gruppen an. Lithium und Kobalt sind keine Seltenen Erden, sondern ein Alkalimetall bzw. ein Übergangsmetall; beide kommen in der Erdkruste vergleichsweise häufig vor. 

Die Verwechslung rührt meist von der Elektromobilität insgesamt her: Seltene Erden finden sich nicht im Akku, sondern – sofern überhaupt – im Elektromotor. Dort wird vor allem Neodym für die Permanentmagnete in bestimmten Motortypen eingesetzt. Bei fremderregten Asynchronmotoren (z. B. im Tesla Model S/X oder Renault Zoe) werden hingegen weder Permanentmagnete noch Seltene Erden benötigt.

Auch der Umstand, dass ältere Batterietechnologien Seltene Erden verwendeten, trägt zur Verwirrung bei: Die in den Anfängen der Elektromobilität eingesetzte NiMH-Technologie benötigte größere Mengen Lanthan – eine Seltene Erde. Heutige Lithium-Ionen-Akkus kommen jedoch ohne sie aus.