Fakt ist: Der Wirkungsgrad marktüblicher Photovoltaikmodule liegt heute meist im Bereich von rund 20 bis 24 %. Moderne Gas-und-Dampf-Kombikraftwerke erreichen hingegen elektrische Wirkungsgrade von etwa 55 bis 60 %, teilweise auch darüber. Auf den ersten Blick wirkt Photovoltaik damit deutlich „ineffizienter“. Als Argument gegen ihre Wirtschaftlichkeit ist dieser Vergleich jedoch irreführend.
Der Wirkungsgrad beschreibt, welcher Anteil der eingesetzten Energie in elektrische Energie umgewandelt wird. Bei kalorischen Kraftwerken ist dieser Wert wirtschaftlich besonders wichtig, weil der eingesetzte Brennstoff – etwa Gas, Öl oder Kohle – laufend gekauft werden muss. Je höher der Wirkungsgrad, desto mehr Strom kann aus derselben Brennstoffmenge erzeugt werden.
Bei Photovoltaik ist die Ausgangssituation eine andere: Der „Brennstoff“ ist Sonnenlicht und steht kostenlos zur Verfügung. Ein niedrigerer Modulwirkungsgrad bedeutet daher nicht automatisch höhere Brennstoffkosten, sondern vor allem einen größeren Flächenbedarf. Der Wirkungsgrad ist bei Photovoltaik also nicht unwichtig, aber er hat eine andere wirtschaftliche Bedeutung als bei einem Kraftwerk mit Brennstoffverbrauch.
Für die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage sind vor allem Investitionskosten, Lebensdauer, Ertrag am Standort, Wartungskosten, Eigenverbrauchsanteil, Einspeisetarif und Finanzierung entscheidend. Der reine Wirkungsgradvergleich zwischen Photovoltaik und kalorischen Kraftwerken ist daher ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Aus ihm allein lässt sich keine seriöse Aussage darüber ableiten, ob Photovoltaik wirtschaftlich ist oder nicht.